Drittes Dialog-Forum zur Planung der Stadt-Umland-Bahn Nürnberg-Erlangen-Herzogenaurach

Drittes Dialog-Forum zur Planung der Stadt-Umland-Bahn Nürnberg-Erlangen-Herzogenaurach

Drittes StUB-Dialog-Forum: Zweckverband verfolgt 20 zusätzliche Vorschläge weiter

Darüber, welche Alternativen zur aktuellen Vorschlagstrasse es in die engere Auswahl für das Raumordnungsverfahren geschafft haben, informierten sich Freitagabend rund 100 Teilnehmer beim dritten Dialog-Forum zur Stadt-Umland-Bahn (StUB). Viele von ihnen hatten selbst eine der rund 1.000 Eingaben gemacht, die vom Zweckverband und von externen Planern vorbewertet wurden.

Bei der Begrüßung im Erlanger Redoutensaal betonte Erlangens Oberbürgermeister und Vorsitzender des Zweckverbandes Dr. Florian Janik, dass der Dialogprozess das Projekt voran gebracht habe. „Viele der Anregungen bestätigen bisherige Planungen und Überlegungen. Sie zeigen, dass der Zweckverband bürgernah plant und bei den möglichen Veränderungen des Trassenverlaufs auf einem guten Weg ist. Ich freue mich aber besonders über die neuen Anregungen, die gekommen sind. Sie helfen uns dabei, einen optimalen Trassenverlauf zu finden. Aber auch die Vorschläge, die jetzt nicht berücksichtigt sind, weil sie sich beispielsweise auf Details beziehen oder auch später denkbare Entwicklungen wie einen Ostast, werden wir im weiteren Prozess gebührend berücksichtigen.“

Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly meinte, „Große Verkehrsprojekte – sei es Straße, sei es Schiene – funktionieren heute nicht mehr ohne eine breite und im Einzelfall auch ins Detail
gehende Beteiligung der Bürgerschaft. Dieser Prozess ist hier vorbildlich.“

Entscheidung über Weiterkommen anhand fester Kriterien

Mehr als die Hälfte der Beiträge hat sich mit der Vorschlagstrasse oder anderen bereits zuvor im Zweckverband bekannten Vorschlägen beschäftigt und werden im weiteren Diskussionsprozess
berücksichtigt. Ein weiteres Viertel hat zusätzliche Äste ins Umland gefordert, insbesondere die Weiterverfolgung der Planungen für den Ostast.
Immerhin 72 neue Variantenideen hat der Zweckverband aus den Beiträgen geformt und bewertet, die bislang noch nicht diskutierte Punkte thematisiert hatten. Für diese hat der Zweckverband Vorund Nachteile gegenüber der Referenztrasse abgeglichen. Die Bewertungen dieser Varianten waren daher das zentrale Thema des Abends. Auf jede dieser Varianten wurden elf Hauptkriterien, wie Reisezeit, Investitionen und Auswirkungen auf den Umweltverbund mit insgesamt 21 Unterkriterien angewendet. Diese erste Bewertung stellten Daniel Große-Verspohl, Geschäftsleiter des Zweckverbandes, und der Technische Projektleiter Florian Gräf ausführlich vor. „Die Frage war jeweils, ob der Vorschlag in Bezug auf jedes einzelne Unterkriterium besser oder schlechter als die
ursprüngliche Vorschlagstrasse abschneidet“, so Große-Verspohl.

20 Vorschläge aus der Bürgerschaft haben bei dem Prozess so gut abgeschnitten, dass sie neben den 23 bereits bekannten Varianten weiterverfolgt werden. Darunter sind beispielsweise gleich mehrere Alternativen für den Bereich Tennenlohe oder auch eine alternative Regnitzquerung auf Höhe des
Wöhrmühlstegs.

Lebhafte Diskussion an Infoständen

Details der weiterzuverfolgenden Vorschläge bekamen die Forumsteilnehmer an sechs Infoständen präsentiert. Hier kam es zu einem angeregten Austausch mit den Planern sowie Verantwortlichen der Städte und dem Zweckverband über die Umsetzbarkeit. Mit Dr. Florian Janik, Dr. German Hacker und Dr. Ulrich Maly ließen es sich auch die Stadtoberhäupter von Erlangen, Herzogenaurach und Nürnberg nicht nehmen, in die Diskussion um den Trassenabschnitt auf ihren Stadtgebieten einzusteigen. Besonders großes Interesse zeigten die Forumsteilnehmer an den zusätzlich eingebrachten Vorschlägen für den Bereich der Regnitzquerung.

Planerische Machbarkeit wird untersucht

Als nächster Schritt folgt nun die vertiefte Bewertung der Vorschläge, die in der engeren Wahl sind, und eine ausgearbeitete bauliche Vorplanung. Am Ende soll die Linienführung stehen, welche als Vorzugstrasse in das Raumordnungsverfahren gehen wird. Die Verantwortlichen haben sich hierfür einen straffen Zeitplan gesetzt: Bereits zum vierten Dialog-Forum am 28. November sollen für die knapp 50 Alternativen die Abwägungen für das Raumordnungsverfahren vorliegen.
Herzogenaurachs Erster Bürgermeister Dr. German Hacker, der bei der Probe-Vorabuntersuchung für seinen Stadtbereich bereits erste Erfahrungen mit dem Abwägungs-Verfahren sammeln konnte, sagte „Ich bin froh, dass wir im Stadtrat anhand des objektiven Kriterienkatalogs bereits für eine Variante einen nächsten Schritt zum Raumordnungsverfahren erreichen konnten.“