FAQ

Häufig gefragt

Häufig gestellte Fragen – und Antworten darauf

Allgemeines zur StUB

Was ist die Stadt-Umland-Bahn?

Bei der Stadt-Umland-Bahn handelt es sich aktuell um eines der größten Straßenbahnprojekte in Deutschland. Die Stadt-Umland-Bahn soll zukünftig die drei Städte Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach miteinander verbinden. Die Bevölkerungszahlen steigen in den drei Städten stetig an und folglich auch die verkehrlichen Belastungen. Weniger Platz, mehr Lärm und Abgase – das sind die Folgen. Ziel ist es, mit der StUB eine leistungsfähige, umweltverträgliche, barrierearme und attraktive Alternative zum Pkw-Verkehr zu schaffen und damit auch zu mehr Lebensqualität in den drei Städten beizutragen.

Auf welcher Strecke wird die Stadt-Umland-Bahn fahren?

Die Neubaustrecke der Stadt-Umland-Bahn schließt in Nürnberg an der Haltestelle „Am Wegfeld“ an das bestehende Straßenbahnnetz an. Von dort verläuft sie nach Erlangen bis zum Erlanger Bahnhof und weiter über Büchenbach und Herzo Base nach Herzogenaurach.

Die S-Bahn verkehrt bereits zwischen Erlangen und Nürnberg. Warum also die StUB?

Die StUB verbindet insbesondere die Innenstädte von Nürnberg über Erlangen bis Herzogenaurach und erschließt wichtige Punkte abseits der S-Bahn-Trasse, wie beispielsweise Standorte der Universität und Forschungseinrichtungen im Erlanger Süden. Die S-Bahn hingegen bindet Fürth sowie das nördliche Regnitztal in die Metropolregion ein. In Nürnberg erschließt sie andere Stadtteile.

Daneben unterscheiden sich die beiden Bahnsysteme grundsätzlich: Die StUB ist ein Straßenbahnsystem. Damit kann die StUB im innerstädtischen Straßenraum geführt werden und ist mit der Nürnberger Straßenbahn kompatibel. Außerorts erreichen die Fahrzeuge der StUB dennoch hohe Geschwindigkeiten. Die S-Bahn hingegen ist eine vollwertige Eisenbahn mit entsprechend schwereren und größeren Fahrzeugen. Die Haltestellenabstände sind üblicherweise größer, weshalb die S-Bahn vor allem die Funktion der regionalen Verbindung übernimmt und im innerstädtischen Verkehr eine geringere Bedeutung hat.

Planung & Methodik

Wer plant die Stadt-Umland-Bahn?

Der Zweckverband Stadt-Umland-Bahn Nürnberg – Erlangen – Herzogenaurach ist für die Planung, den Bau und Betrieb der Stadt-Umland-Bahn (StUB) zuständig. Er wurde im April 2016 gegründet. Seine Geschäftsstelle befindet sich in Erlangen. Mitglieder des Zweckverbands StUB sind die drei Städte Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach. Verbandsvorsitzender ist derzeit Dr. German Hacker, Erster Bürgermeister der Stadt Herzogenaurach. Für die Planungen hat der Zweckverband Stadt-Umland-Bahn verschiedene Ingenieurbüros beauftragt.

Steht der Streckenverlauf schon fest?

Noch steht die finale Streckenführung nicht fest.

In den vergangenen Monaten haben die beauftragten Ingenieurbüros die über 100 vorliegenden Vorschläge zur Linienführung der Stadt-Umland-Bahn intensiv geprüft und bewertet. Im Rahmen des mehrstufig aufgebauten formalisierten Auswahlverfahrens wurden dabei die verschiedensten Aspekte detailliert betrachtet, unter anderem Fahrgastpotenziale, Umweltbelange, Fahrzeit und Finanzierbarkeit. Am Ende dieser umfangreichen Planungsphase steht die aus planerischer Sicht aussichtsreichste Streckenführung für die Stadt-Umland-Bahn. Diese wurde gemeinsam mit den Ergebnissen der Bewertung im 6. Dialogforum in Herzogenaurach am 7. Mai 2019 präsentiert. Die endgültige Festlegung der Vorzugstrasse für die Unterlagen des sogenannten Raumordnungsverfahrens wird seitens der politischen Gremien getroffen. Nach der Behandlung im Mai 2019 in den Verkehrsausschüssen bzw. Stadträten der drei Städte beschließt der Verbandsausschuss des Zweckverbands Stadt-Umland-Bahn final am 7. Juni 2019. Im Anschluss werden die Unterlagen bei der Regierung von Mittelfranken als zuständige höhere Landesplanungsbehörde eingereicht. In den Unterlagen wird nicht nur die Vorzugstrasse dargestellt, sondern sämtliche Varianten, die in der finalen Stufe der Prüfung untersucht wurden. Die Prüfung der Unterlagen wird ungefähr sechs Monate dauern. Die landesplanerische Beurteilung liegt voraussichtlich im Dezember 2019 vor. Dann steht fest, mit welcher Streckenführung weitergeplant wird.

Was ist das FAR-Verfahren und wie wurde es angewandt?

Das Formalisierte Abwägungs- und Rangordnungsverfahren (FAR) wurde von der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen publiziert. Es dient zur Abwägung
über die Frage „Was ist die beste Variante?“, indem alle Variantenvorschläge mit den gleichen Kriterien geprüft und bewertet werden. Dabei sollen alle betroffenen Belange Berück-
sichtigung finden. Mittels des FAR-Verfahrens kann die insgesamt vorteilhafteste Streckenführung ermittelt werden.

Was ist das Raumordnungsverfahren?

Das Raumordnungsverfahren (ROV) beurteilt bauliche Vorhaben, die eine überörtliche Bedeutung haben, auf ihre Raumverträglichkeit. Gesetzliche Grundlage ist das Bayerische Landesplanungsgesetz (BayLplG). Beteiligt werden sollen alle von der raumbedeutsamen Maßnahme berührten öffentlichen Planungsträger. Seitens der Landesplanungsbehörde werden die verschiedenen fachlichen Interessen abgewogen. Das Verfahren wird mit einer landesplanerischen Beurteilung, das heißt einer Befürwortung ohne oder unter Auflagen bzw. einer Ablehnung, abgeschlossen.

Was ist das Planfeststellungsverfahren?

Bei Betriebsanlagen für Straßenbahnen fordert der Gesetzgeber, dass diese grundsätzlich nur gebaut werden dürfen, wenn der Plan vorher festgestellt ist. Dabei sind die von dem Vorhaben berührten öffentlichen und privaten Belange einschließlich der Umweltverträglichkeit im Rahmen der Abwägung zu berücksichtigen. Das Personenbeförderungsgesetz (PBefG) in Verbindung mit dem Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG) regelt das Verfahren. Vergleichbar ist das Verfahren mit einem Bauantrag.

Betrieb & Verkehrskonzept

Wer wird die Stadt-Umland-Bahn zukünftig betreiben?

Diese Frage kann zu diesem Zeitpunkt noch nicht beantwortet werden.

Welche Taktung ist für die StUB vorgesehen?

Tagsüber ist an Werktagen auf allen Ästen ein 10-Minuten-Takt vorgesehen, in der Spätverkehrszeit  und an Sonn- und Feiertagen ein 20-Minuten-Takt bzw. zwischen Büchenbach und Herzogenaurach ein 40-Minuten-Takt. Auf dem Abschnitt zwischen „Am Wegfeld“ und „Büchenbach“ sind in der Hauptverkehrszeit zusätzlich Verstärkerfahrten angedacht.

Wie viele Zwischenhalte von Nürnberg nach Herzogenaurach sind eingeplant?

Aktuell sind 25 Haltestellen vorgesehen. Diese Zahl kann sich bei Erstellung der Detailplanung jedoch noch ändern.

Wie werden die StUB und das Stadtbussystem aufeinander abgestimmt?

Zusätzlich zur StUB wird ein ergänzendes Stadtbus-Netz mit modernen Bussen betrieben. Für eine wirtschaftliche Auslastung der StUB sollen Parallelverkehre allerdings soweit wie möglich vermieden werden. Das endgültige Busnetz soll, in Abstimmung mit den Verkehrsbetrieben und den Bürgern und basierend auf den jeweiligen Verkehrsentwicklungsplänen, im Rahmen des Zuschussantrages im Detail konzipiert werden.

Passt die StUB in die Straßen der Innenstädte und welchen Radius braucht sie zum Abbiegen?

Die StUB benötigt eine Breite von rund 5,5 Metern und damit – aufgrund des schmaleren Wagens und der schienengebundenen Führung – weniger Platz als der Busverkehr. Eine normale innerstädtische Straße kann eine Straßenbahn in der Regel problemlos durchfahren.

Der Abbiegeradius für die StUB soll mindestens 25 Meter betragen. Bei  der Trasse aus der Machbarkeitsstudie  ist ausreichend Raum vorhanden. Inwiefern alle vorgeschlagenen Alternativtrassen grundsätzlich geeignet sind, wird im ersten Schritt einer Prüfung geklärt. Soweit möglich wird die StUB auf besonderem Bahnkörper neben den vorhandenen Straßen geführt. Bei beengten Straßenverhältnissen bzw. zum Schutz von Bäumen ist eine Führung im Fahrbahnbereich, d. h. als „klassische“ Straßenbahn, möglich und vorgesehen.

Bürgerdialog & Beteiligung

Wie werden Bürger und Öffentlichkeit in das Projekt eingebunden?

Neben der Information über die Homepage und über Pressearbeit hat der Zweckverband Stadt-Umland-Bahn ein Forums-Konzept erstellt. Darüber werden während des gesamten Planungs- und Bauzeitraums Bürger aus allen drei beteiligten Städten in das Projekt StUB eingebunden. Ziel ist es, die von den Planern erarbeiteten Entwürfe weiter zu optimieren und Vorschläge aufzunehmen. Die Teilnehmer sind neben zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern, Vertreter von Vereinen, Verbänden, Kammern und die Oberbürgermeister bzw. Bürgermeister der drei Städte. Neben den Gesamt-Sitzungen finden auch lokale und themenbezogene Einzelveranstaltungen ist. Weitere Informationen zum Forums-Konzept finden Sie hier.

Seit Anbeginn seiner Arbeit setzt der Zweckverband auf eine aktive Beteiligung der Bevölkerung in den drei Städten. Insgesamt 15 Veranstaltungen fanden seit Dezember 2017 statt. Neben den regelmäßigen Dialogforen gab es Vor-Ort-Begehungen der einzelnen Trassenabschnitte, Gesprächsrunden unter anderem mit den Naturschutzverbänden und den Bürgervereinen bzw. Orts-/Stadteilbeiräten. Die Bürgerinnen und Bürger konnten zudem über eine Onlineplattform ihre Vorschläge einreichen.

Finanzierung & Förderung

Wie hoch sind die Kosten für das Projekt?

Die Investitionskosten setzten sich aus zwei Komponenten zusammen:

1. Planungskosten: Hierfür sind 39 Mio. Euro angesetzt (Stand 2015).
2. Baukosten: Hierfür sind 258 Mio. Euro angesetzt (Stand 2015).

Ein großer Teil der Baukosten und Anteile der Planungskosten sind zuschussfähig. Umfang und Höhe dieser Förderung können erst nach Einreichung des formalen Zuschussantrages abschließend festgelegt werden.

Wie werden die Kosten unter den drei Städten verteilt?

Die Kosten für Planung und Bau werden anteilig auf die Verbandsmitglieder nach den territorialen Streckenkilometern verteilt. Es gilt hierbei das Solidarprinzip, d. h., die Verteilung erfolgt unabhängig von Zuschussfähigkeit und Baukosten. Hieraus ergibt sich – basierend auf der bisherigen Trassenplanung – folgende Verteilung:

  • Erlangen 62,74 %
  • Nürnberg 20,86 %
  • Herzogenaurach 16,40 %

Nach der Betriebsaufnahme verändert sich der Verteilungsschlüssel, es werden dann die laufenden Betriebskosten berücksichtigt.

90 % der Baukosten sollen bezuschusst werden. Unter welchen Voraussetzungen ist dies möglich?

Gemäß Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz  (GVFG) belaufen sich die Fördermittel des Bundes auf 60 % und des Landes auf 20 % der zuschussfähigen Kosten. Der Freistaat Bayern hat bereits eine erhöhte Förderung von 30 % zugesichert, sodass derzeit von einer Förderung in Höhe von 90 % ausgegangen werden kann.

Nach den heutigen Förderkriterien ist die Strecke dort förderfähig, wo sie auf einem eigenen Gleiskörper verläuft. Nicht förderfähig ist die Strecke dort, wo sie auf der Straße verläuft. Gemeinsam mit dem Freistaat Bayern, anderen Bundesländern sowie dem Deutschen Städtetag bemühen sich Erlangen, Nürnberg und Herzogenaurach darum, dass künftig auch Trassen, die nicht auf einem eigenen Gleiskörper verlaufen, förderfähig sind.

Umwelt- & Lärmschutz

Werden der Verkehrslärm und die Abgas-Belastung durch die StUB weniger?

Grundsätzlich ja, da weniger Individualverkehr zu erwarten ist und die StUB annähernd geräuschlos fährt. Gleichzeitig entspannt sich auch die Parkplatzsituation. Die stärkste Entlastung wird im Berufsverkehr erwartet, da hier die Bereitschaft für die Entscheidung zugunsten des ÖPNV bei der Wahl des Verkehrsmittels generell am höchsten ist.